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"Maria Himmelfahrt" Hachenburg...

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© Rudi Grabowski
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© Geschichtswerkstatt Chor der Franziskanerkirche in Hachenburg mit angebautem Klostertrakt
© Geschichtswerkstatt Chor der Franziskanerkirche in Hachenburg mit angebautem Klostertrakt

Geschichte der katholischen Kirche am Markt in Hachenburg

Bischof Wilhelm von Osnabrück, 1636-1649 Landesherr der Grafschaft Hachenburg, berief 1638 Franziskaner nach Hachenburg, welche die Seelsorge übernahmen. Sie konnten unter Graf Salentin Ernst von Manderscheid in den Jahren 1663-1665 eine kleine Barock­kirche und ein Franziskanerkloster im Zeitraum von 1663/1664 am Alten Markt errichten. An die nördliche Seite lehnte sich das dreigeschossige Klostergebäude an.  Die neue Kirche war immer noch wesentlich kleiner als die heutige.  Nach dem Ende des Alten Reiches wurde im Zuge der Säkularisation das Franziskanerkloster 1813 aufgelöst und mit der Kirche Eigentum des nassauischen Staates. Nach längerem Streit überließ die nassauische Regierung 1824 der katholischen Kirchengemeinde die Kirche und die Zimmer über dem Klostergang. Im Klostergebäude richtete die Stadt ihre Volksschule ein. Anfang des 20. Jahrhunderts fasste man einen Neubau der Kirche ins Auge. Die Baupläne stammten von Baumeister Karl Senff aus Bonn. Das Klostergebäude wurde im Winter 1905/1906 abgebrochen. 1907 baute man zunächst den Chor und führte 1908/1909 die Erweiterungsarbeiten der Kirche aus.  Die Westwand der Kirche und die alte Marktfront blieben stehen.  An der Ostseite errichtete man über der alten Klosterpforte den Turm mit der Laternenhaube. An der Stelle des alten Klostergangs entstand das Seitenschiff mit Empore. Das Schiff verlängerte man nach hinten um das Doppelte. Die Weihe der neuen Kirche erfolgte am 16. Mai 1909. 1964 wurde die Kirche unter Dekan Brandenburger vollständig überholt. Die barocke Ausstattung der Kirche mit Hochaltar, Seitenaltären, Kanzel, Beichtstühle, Orgelprospekt, Bildern und Fenstern gehört zu den schönsten im Westerwald. Der Aufbau des Hochaltars mit neuem Marmorsockeln war 1738 vom Prager Erzbischof Johann Moritz Graf von Manderscheid-Blankenheim, Sohn des Grafen Salentin Ernst, gestiftet worden.  Sein Wappen ist oben am Hochaltar angebracht. Das große Bild „Mariä Himmelfahrt“ ist eine Kopie des Gemäldes des italienischen Barockmalers Reni (gest. 1642), das sich in der Pinakothek in München befindet. Die unter der Kirche befindliche Mönchsgruft mit den zwischen 1754 und 1811 verstorbenen und hier bestatteten Mönchen ist nicht zugänglich. 

Geschichte der katholischen Pfarrei in Hachenburg

Ursprünglich gehörten die Ortschaften, die heute zur ehemaligen Pfarrei und dem jetzigem Kirchort Marienstatt zählen, zum Kirchspiel Kroppach. Als im Zuge der Reformation die Grafschaft der Landesherren zu Sayn-Hachenburg evangelisch wurde, orientierten sich die katholischen Christen rund um Kroppach in seelsorgerischen Belangen immer mehr nach Marienstatt.

Aus dem 17. Jahrhundert stammen die ersten schriftlichen Urkunden über Taufen, Trauungen und Begräbnisse in Marienstatt. Ohne den Status einer Pfarrei zu haben, wirkten die Mönche dennoch auch als Seelsorger.

Als die Abtei im Zuge der Säkularisation 1802/03 aufgehoben wurde, übertrug der Fürst von Nassau-Weilburg P. Ignatius Gilles die Seelsorge für die Katholiken der Umgegend. Bis 1815 unterstützte ihn dabei P. Christian May, der danach bis 1831 als Vikar in Hachenburg wirkte. P. Ignatius versah den Seelsorgedienst in Marienstatt bis 1825.

Marienstatt gehörte seinerzeit zur Erzdiözese Köln. Nach der Gründung der Diözese Limburg im Jahre 1827 wurde Marienstatt 1831 als eigenständige Pfarrei des Bistums errichtet.

Bald nach der Wiederbesiedlung des Klosters im Jahre 1888 übernahmen die Zisterzienser die seelsorglichen Aufgaben von den zwischenzeitlich hier als Pfarrer eingesetzten Diözesanpriestern. Dies war seitens des Bistums eine wesentliche Bedingung dafür, dass überhaupt wieder Mönche nach Marienstatt kommen konnten.

Mit Übernahme des Pfarrerdienstes durch einen Mönch in den Pfarreien Hattert-Merkelbach (1991) und Hachenburg (1994) vergrößerte sich das Seelsorgegebiet noch einmal beträchtlich. Zum 1. Januar 2007 fusionierten die Pfarreien Hachenburg und Hattert-Merkelbach zu der neuen Gemeinde "St. Marien, Hachenburg-Hattert". So umfasste der von einem der Mönche aus Marienstatt als Pfarrer mit einem Seelsorgeteam betreute "Pastorale Raum Hachenburg" neben der Stadt Hachenburg insgesamt 31 Ortschaften in zwei Pfarreien:

  • Die Pfarrei Maria Himmelfahrt Marienstatt
    17 Ortschaften mit einer Pfarrkirche
    (Maria Himmelfahrt, Marienstatt)
  • Die Pfarrei St. Marien Hachenburg-Hattert
    die Stadt Hachenburg und 14 Ortschaften
    mit einer Pfarrkirche
    (Maria Himmelfahrt, Hachenburg)
    und zwei Filialkirchen
    (Maria Königin, Hattert und
    Herz-Jesu-Kapelle, Merkelbach)

Und heute?

Am 1. Januar 2015 wurde die ehemalige Pfarrei Marienstatt im Zuge der Errichtung der „Pfarreien neuen Types“ mit den ehemaligen Pfarreien Hachenburg, Hattert, Nistertal, Mörlen und Bad Marienberg zu der neuen Pfarrei „Maria Himmelfahrt Hachenburg“ zusammengeführt. Aus den ehemaligen Pfarreien wurden nun Kirchortgemeinden. Innerhalb dieser hat Marienstatt bis heute noch einmal eine besondere Struktur.

Sie war nie eine Klosterpfarrei im klassischen Sinne, das heißt, die Pfarreiseelsorge wurde nie der Verantwortung des Klosters als solchem übertragen. Vielmehr wirken die in der Seelsorge tätigen Mönche im Auftrag des Diözesanbischofs und sind in dieser Aufgabe rechtlich allein ihm unterstellt. Gleichzeitig sind sie als Angehörige der Abtei ihrem Abt zugeordnet. Hinzu kommt, dass in der Kirchortgemeinde Marienstatt "die Kirche nicht im Dorf" ist. Ebenso kennzeichnend ist das weitläufige Gebiet, das zum Teil lange Wege für die Gemeindemitglieder mit sich bringt.

Durch die Errichtung der Pfarreien neuen Types in der Diözese Limburg besteht die Pfarrei nun aus 55 Städten und Stadtteilen bzw. Ortschaften mit nahezu 12.000 Mitgliedern.

Literatur

"Vom Franzikanerkloster Sancta Maria Regina Angelorum zur katholischen Kirche Maria Himmelfahrt in Hachenburg" 
Unter diesem Titel erschien im Jahr 2010 Band 2 der GWH-Publikationen von Bruno M. Struif. Auf über hundert Seiten stellt der Leiter der Geschichtswerkstatt Hachenburg  e. V. (GWH) die Geschichte unserer Kirche dar.

Innenansicht der Kirche

© Rudi GrabowskiInnenansicht
© Rudi GrabowskiInnenansicht

Außenansicht der Kirche

© Rudi Grabowski
© Rudi Grabowski

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