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Ostergruß

Ostergruß
Ostergruß
© Rudi Grabowski
© Pfarrbrief

Liebe Gemeindemitglieder,

gerade jetzt wo ich diese Zeilen schreibe, höre ich, dass die Straße Richtung Schneidmühle, unterhalb von Hachenburg, wieder geöffnet ist. Gott sei Dank, sagen Viele. Vorbei die Zeit der Umwege, der Schleichwege, der Staus. Zurück zu den alten Wegen. Freie Fahrt nicht nur „frei bis zur Baustelle“. Sackgasse bitte wenden.

Wenn Sie nun diese Zeilen lesen, sind schon wieder zwei Wochen vergangen und das Neue ist zu etwas Normalem geworden, die Freude zu etwas Alltäglichem.

Da geht es uns mit Ostern nicht anders. Was es am Anfang war, zeigt unser diesjähriges Titelbild: „Ostern sprengt alle Grenzen“. Der Künstler stellt diese Urerfahrung wie etwas Explosionsartiges dar. Der Auferstandene sprengt die Ketten des Todes, streckt sich dem Leben entgegen. Reckt sich auf, wie wenn man sich aus dem Schlaf dem neuen Tag entgegenstreckt. Das österliche Licht überlagert und verjagt das Düstere des Karfreitages.

Im Vordergrund in weiß gehaltene Menschen. Blasse Gestalten. Teilweise berührt vom Violett der Trauer. Wohin schauen und gehen die?  Nach Hause, weil sie immer noch das Kreuz im Kopf haben? Das Leben vor einer Sackgasse. Was bleibt, ist enttäuscht nach Hause schleichen.

 Oder sind es schon erste Hinwendungen, auf den hin, den der Tod nicht fassen konnte, der im österlichen Licht sich den Menschen neu schenken will?

Sicherlich: Erfassen lassen müssten sie sich. Das Licht in ihre Geschichte hereinlassen. Sich betreffen lassen müssten sie sich. Berühren lassen, um selber ausstrahlen zu können.

Betreffen lassen müssten wir uns. Erfassen und berühren lassen. Die alte Botschaft wieder neu hören. Uns ermutigen lassen daran zu glauben, dass man aus Dunkelheiten nicht über Schleichwege oder Umwege herausfindet. Das führt nur zu Staus. Das sie niemals das letzte Sagen in unserem Leben haben werden. Da ist Einer auch in unserer Geschichte, der Mut macht, sich den Baustellen des Lebens zu stellen, damit es nicht in eine Sackgasse gerät. Das Alte neu zu sagen und zu spüren, wie das ist, die alten Wege neu zu entdecken.

Diese österlichen Erfahrungen wünsche ich uns Allen.

Im Namen des Pastoral und Verwaltungsteams wünsche ich allen frohe und gesegnete Ostertage.

Pfarrer Winfried Roth